Wo es ging, habe ich mich von diesen vor und um 1950 publizierten Arbeiten distanziert; sie werden nicht mehr oft zitiert - nur gelegentlich von Leuten, die mich ärgern wollen, und von jenen unvermeidlichen Abarten der Ahnungslosigkeit, die ein Aphorismus Karl Kraus` beschreibt: "Wenn wir einen Fehler längst abgelegt haben, werfen uns die Oberflächlichen den Fehler und die Gründlichen Inkonsequenz vor".
Daß von jemandem ein paar Jugendsünden existieren, vor Jahrzehnten gedruckt und kaum mehr beachtet, ist wohl nichts Singuläres. Eine gewisse Besonderheit mag jedoch sein, wenn es in einem Lebenswerk zwei mehrbändige Bücher gibt, die den selben Gegenstand behandeln, aber voneinander so verschieden sind wie die Bücher zweier sehr verschiedener Menschen; ich spreche von meinen Bemühungen um ein etymologisches Wörterbuch des Altindischen (Altindoarischen). Diese beiden Bücher, von denen das spätere gleichsam eine programmatische Verneinung des früheren ist, sind für meinen gar nicht so bruchlosen Weg zu dem mir
wichtigen Sektor der Sprachwissenschaft typisch; es ist wohl richtig, zu Ende dieses Berichtes an sie zu erinnern.
"Mein Weg zur Sprachwissenschaft":
Erstveröffentlichung in "Wege zur Sprachwissenschaft", Festschrift für Mario Wandruszka (Tübingen 1991), S. 165-171. - Wiederabdruck in "Manfred Mayrhofer, Ausgewählte Kleine Schriften",
Band II (Wiesbaden 1996) S. 459-465.